FIA

Erinnerungen an
Waldegård

Bekannte Namen der World Rally Championship zollten dem ehemaligen Weltmeister Björn Waldegård, der letzten Freitag im Alter von 70 Jahren verstarb, Tribut.

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Der Schwede war der erste Sieger der WRC-Fahrerwertung im Jahr 1979 und holte unter anderem mit Lancia, Ford und Toyota 16 WRC-Siege.

FIA-Präsident Jean Todt fuhr einst als Co-Pilot gegen Waldegård. Er schrieb auf der FIA-Website: "Björn war ein bewurndernswerter und starker Kämpfer, außerdem immer loyal und unkompliziert. Er war eine echte Rallye-Legende, die uns viel zu früh verlassen hat. Unser Sport hat einen großen Helden verloren."

M-Sport-Gründer Malcolm Wilson arbeitete mit Waldegård bei Ford in den späten 70ern, als sie beide am Steuer von Escort-RS-Wagen saßen. Er sagte zu wrc.com: "Ich traf Björn zum ersten Mal, als ich Notizen für die Monte Carlo 1979 machte. Wir wurden schnell gute Freunde. Später arbeitete ich mit ihm bei der Safari- und Elfenbeinküste-Rallye, als ich sein Chase-Auto fuhr. Er war einer der Besten im Escort und ich habe viel von ihm lernen können."

"Björn war ein sanfter Riese, völlig unerschütterlich. Damals war er schon als 'Iceman' bekannt. Er war der perfekte Gentleman. Wenn man ihn gesehen hat, konnte man sich nicht vorstellen, dass er so eine Aggressivität und Entschlossenheit in sich trägt, die ihn zu seinen Erfolgen geführt hat."

"Sobald er am Steuer saß, spielte es keine Rolle welches Auto er fuhr, oder wie das Handling war. Er hatte die unglaubliche Fähigkeit, seinen Fahrstil für jedes Auto anpassen zu können. Er war eine Allzeit-Größe, die mit allem fertig wurde, was man ihr gegeben hat."

Der WRC-Champion von 1983 und Langzeit-Rivale Hannu Mikkola schrieb auf Twitter: "Habe gerade von den schrecklichen Neuigkeiten zu meinem alten Freund Björn gehört. Das ist so traurig."

Der zweifache Weltmeister Carlos Sainz meldet sich ebenfalls auf Twitter. Er schrieb: "Heute hat ein toller Kerl, großer Fahrer und Weltmeister uns verlassen. Björn Waldegård, ruhe in Frieden."

Waldegårds Fähigkeiten und Leistungen waren auch Inspiration für viele junge Fahrer - unter anderem für Mads Östberg. "Ich war erst drei Jahre alt, als Björn seine letzte Rallye 1990 gewonnen hat. Die meisten seiner Erfolge fuhr er also vor meiner Geburt ein. Aber ich habe als Kind oft alte Videos von ihm angesehen, weil er einfach so viele beeindruckende Leistungen hingelegt hat", erklärte Östberg.

"Seine Rolle als erster Weltmeister ist sehr speziell und war entscheidend für ganz Skandinavien im Rallyesport. Das bedeutetet sehr vielen Leuten sehr viel."

Jari-Matti Latvala von VW erklärte: "Ich erinnere mich besonders an seine starke Zeit in den Escorts zurück. Auch später in den 80ern für Toyota war er sehr gut. Ich habe viele Videos von ihm gesehen. Er war ein großartiger Fahrer. Er war unglaublich zuverlässig, hatte kaum Unfälle, eine gute Konzentration und Konstanz."

"Ich erinnere mich daran, dass seine Art, den Escort zu fahren, herausragend war - ähnlich wie bei Hannu Mikkola und Ari Vatanen. Besonders inspirierend finde ich, dass er 46 Jahre alt war, als er die Safari 1990 gewonnen hat. Das beweist, dass es nur darauf ankommt, ob du fit und erfahren bist und nicht wie alt du bist."

Waldegård war am besten für seine Erfolge in Afrika bekannt, wo er drei Siege bei der Safari Rally und drei bei der Elfenbeinküste-Rallye einfahren konnte.

Sein letzter Erfolg in Afrika war 2011, als er die Ostafrikanische Safari Classic in einem Porsche 911 gewann - ein Auto, dass er in Kenia bereits in den 1970ern fuhr.

Porsche-Spezialist Richard Tuthill war 2011 sein Team-Manager. Er sagte: "Sein hart erkämpfter Sieg in einem unserer Autos wird mir ewig als Highlight in Erinnerung bleiben - auch auf persönlicher Ebene. Ohne einen der besten europäischen Fahrer der Safari Rally wäre dieser Erfolg niemals möglich gewesen."

"Er war ein großer, stolzer und echter Mann - ein absoluter Gentleman. Er war leise und reserviert, wie so viele Schweden, kein großer Redner und, wie seine Leistungen zeigen, einer der begabtesten Männer, die jemals am Steuer eines Rallye-Autos gesessen sind."

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