FIA

Timing ist alles

Vier Etappen der 71. Lotos-Rallye Polen in der nächsten Woche werden im benachbarten Litauen ausgetragen, einem Land, das in einer anderen Zeitzone liegt: Eine Stunde vor Polen.

Auch wenn die Organisatoren der Rally Poland beschlossen haben, die gesamte Rallye nach polnischer Zeit abzuhalten, um Verwirrungen zu vermeiden, ist der Job des Beifahrers in einem Rallye-Auto schwierig. Es geht nicht nur um das Lesen des Aufschriebs und das Wahrnehmen der Stage-Zeiten. Es geht auch darum, die korrekte Zeit zu kennen.

WRC.com sprach mit Elfyn Evans' Beifahrer Daniel Barritt, um herauszufinden, wie es eine WRC-Rallye-Crew schafft, im Zeitplan zu bleiben.

"Die Zeitplan, den du im Auto dabeihast, diktiert dir alles, was du tust", sagte Barritt. "Die Organisatoren müssen am Start jeder Rallye für alle Teilnehmer individuelle Zeitkarten ausgeben und du musst alles in der dort vorgeschriebenen Zeit absolvieren. Wenn du das nicht tust, wirst du bestraft."

Der Zeitplan der Organisatoren ist sehr präzise. Aber er muss den Crews genügend Zeit lassen, damit sie sich ihren Weg über die Rallye-Route bahnen können.

"Wenn du eine Stage um zwölf Uhr startest, hast du zum Beispiel eine Stunde, bis du die nächste beginnen musst. In dieser Zeit musst du planen, wie viele Kilometer du auf der ausgewählten Straße fahren musst und wieviel Zeit dir bis zur nächsten Stage bleibt", erklärte Barritt. "Das ist wichtige Zeit, die du brauchst, um Reifen zu wechseln, den Reifendruck zu messen, die Helme und das Auto zu checken, wenn es nötig ist."

Wenn aber die Crew auf einer Stage Probleme bekommt und Zeit verliert, muss sie sofort zittern, ob sie pünktlich zum nächsten Test kommt. Das erzeugt zusätzlichen Druck, mit dem der Co-Pilot schnell und effizient umgehen muss.

Barrit, der seit 1996 als Beifahrer unterwegs ist, sagte: "Zeitmanagement ist der Schlüssel, du musst immer auf dem Laufenden bleiben, damit du reagieren kannst, wenn etwas schief geht. Probleme bedeuten, dass du etwas aufholen musst und das erzeugt viel Druck."

Die Beifahrer des M-Sport-World-Rallye-Team starten ihre Rallye-Vorbereitungen typischerweise bis zu sechs Wochen vor dem Beginn der Rallye. Doch erst in den letzten zehn Tagen vor der ersten Stage wird der Fokus auf die Route und das Timing gelegt.

"Du musst einen festen Plan haben, bevor du zur Rallye kommst", erklärte Barritt. "In der Zeit, in der du vor der Rallye zu Hause bist, entscheidest du, wo du genug Zeit hast, um einen Reifenwechsel vorzunehmen. So genau ist das. Meine Strategie besteht darin, alles zu planen, bevor es passiert und so den Geschehnissen immer eine Nasenlänge voraus zu sein."

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