FIA

Halbzeit-Report:
Jari-Matti Latvala

Der heutige Halbzeit-Report beschäftigt sich mit Finnlands Jari-Matti Latvala, einem Mann, der auf der Jagd nach seinem ersten Weltmeister-Titel ist:

Die Geschichte der Saison des VW-Motorsport-Fahrers dreht sich um seinen Kampf mit Sebastien Ogier. Doch der Umstand, dass Latvala im Rennen um den Titel 50 Punkte Rückstand auf seinen Team-Kollegen aufweist, zeigt, wer bisher erfolgreicher war.

Latvala wurde seine fehlende Konstanz hinter dem Lenkrad seines Polo R WRC zum Verhängnis. Er erwischte den besten Start seiner WRC-Karriere mit dem Sieg in Schweden und einer reifen Leistung beim zweiten Platz in Mexiko, aber ein unnötiger Crash in Portugal brachte Ogier wieder in die bessere Position und es zeigten sich die ersten Probleme Latvalas.

Latvala besiegt Ogier im Zweikampf bei der Argentinien Rallye

Zunächst schlug er bei der Argentinien Rallye zurück und zeigte, dass er Ogier in einem fairen Kopf-an-Kopf-Rennen besiegen kann, Probleme in Italien und Polen führten allerdings zu einer unanfechtbaren WM-Führung von Ogier.

Latvala erkannte, dass er psychologische Hilfe benötigen würde, um sein wahres Potenzial ausschöpfen zu können, also arbeitete er mit dem erfahrenen Mentaltrainer Christoph Treier (er arbeitete auch schon mit Marcus Grönholm), um am Steuer ruhiger und zuversichtlicher zu sein. Doch die Ergebnisse haben sich nicht als saisonverändernd erwiesen.

Latvala hat zwar schon bewiesen, dass er seinen Titel-Rivalen besiegen kann, doch es besteht die Befürchtung, dass die Art und Weise, in der Ogier Latvala im Kampf um den Sieg bei der Rally Italia Sardegna gejagt und bedrängt hat - und ihn letztlich zu einem Fehler gezwungen hat - sich als saisonentscheidender Rückschlag für Latvala erweisen könnte.

Latvalas ramponierter Polo nach dem Unfall bei der Portugal Rallye

Höhepunkt:
Latvalas Sieg bei der Argentinien Rallye war das erste Mal, dass er Ogier besiegte, seit sie Teamkollegen geworden waren. Und ein Sieg mit einem Vorsprung von 1:26,9 Minuten war eine vernichtender Sieg, von dem jeder Fahrer träumt. "Mind Man" Christoph Treier sagte Latvala, er solle "ins Auto steigen, es fahren und nicht überanalysieren". Es war genau der Ratschlag, den Latvala brauchte und er holte 26 Punkte.

Tiefpunkt:
Auf dem Weg zur Portugal Rallye wollte Latvala auf seinem Sieg in Schweden und dem zweiten Platz in Mexiko aufbauen. Doch er baute auf der fünften Etappe einen Unfall, als er verzweifelt versuchte, den 0,4 Sekunden vor ihm liegenden Ogier einzuholen. Der Unfall war Latvalas vierter bei einer Portugal Rallye in sechs Jahren. Er holte zwar zwei Punkte auf der Power Stage, was aber nur ein schwacher Trost für den Finnen war.

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