FIA

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Schweden-Rallye
Piloten-Report, Teil 1

Die zweite WRC-Station konfrontierte die Piloten mit unüblichen Bedingungen und milden Temperaturen. Wir nehmen die Performance der Fahrer unter die Lupe.

Jari-Matti Latvala (VW Polo R)

Nach den Probelmen von Ogier wurde viel vom zweimaligen Schweden-Sieger erwartet und Latvala lieferte das perfekte Resultat ab. Er schien die Verhältnisse zu genießen - wie er es auch 2008 tat. Man muss ihm zu einem sauberen Lauf gratulieren, dazu wie er mit dem Erwartungsdruck und dem Druck seines Teamkollegen Andreas Mikkelsen umgegangen ist. Alles in allem zeigte er eine ruhigeres, fokussierteres Auftreten.

Thierry Neuville (Hyundai i20)

Sein Auftritt dauerte länger als in Monte Carlo, aber Neuvilles Rallye endete erneut früh. Diesmal war auf WP8 Endstadtion, als er einen Stein traf und sich die Radaufhängung beschädigte. Das Highlight des Belgiers gabe es auf WP5, als es so aussah, als würde er den ersten WP-Sieg für den i20 erringen. Letztlich musste er sich aber doch Ott Tanak um 0,5 Sekunden geschlagen geben. Das gibt Hoffnung für das Potenzial des Autos, aber die Enttäuschung ist groß, weil Neuville den i20 wieder nicht in einem Stück ins Ziel bringen konnte.

Mikko Hirvonen (Ford Fiesta RS)

Verlässlich und sicher auf Platz vier, aber nicht im Stande, die Pace der Top-Piloten mitzugehen. Seine beste WP-Platzierung war der dritte Platz, diesen konnte er dreimal einfahren, u.a. auf der Power Stage. Oft war er aber auch außerhalb der Top-5 zu finden und gleich hinter ihm kam Henning Sollberg im Fiesta, der seit einem Jahr kein World Rally Car pilotiert hatte. Ok, Hirvonen gewöhnt sich noch an den Fiesta, aber - wie in Monte Carlo - blieb er hinter seinen Möglichkeiten.

Sebastien Ogier (VW Polo R)

Eine frühe Führung, ein kleiner Fehler und eine beeindruckende Aufholjagd. Ogier rutschte auf WP8 in den Schnee und musste die Hoffnungen auf die Wiederholung seines Triumphs von 2013 begraben. Aber sein Comeback vom 20. auf den sechsten Platz war bemerkenswert. Mit einer 'nichts-zu-verlieren'-Einstellung holte er am Freitag sechs Bestzeiten inklusive eines beachtlichen Sieges beim zweiten Lauf über Rammen (WP14), als er 11,1 Sekunden Vorsprung herausfahren konnte. Wegen seiner schlechten Roadposition hatte er auf der Power Stage keine Chance auf Punkte, aber es war beachtlich, wie er sich zurückkämpfte.

Henning Solberg (Ford Fiesta RS)

Wir haben Henning vermisst. Und sein Interview nach der ersten Stage erinnerte uns daran warum. Trotz wenigen Tests, war der extrovertierte Norweger gut mit dabei. Zweitschnellster auf WP4 und Schnellster im Hagfors-Sprint. Henning lag auf Kurs Richtung Platz sechs, ehe der heranstürmende Ogier ihn zwei Stages vor dem Ende einholte. Aber auch so war das Ergebnis um einen Platz besser, als 2013 und zudem landete er vor seinem Stiefsohn Pontus Tidemand. Eine großartige Rückkehr und ein Erlebnis, dass er heuer nicht mehr wiederholen wird.

Robert Kubica (Ford Fiesta WRC)

Die erste Rallye des Polen auf Schnee - dem Untergrund, der sich am meisten von einem Formel-1-Ring unterscheidet - war tough. Die schwierigen Bedingungen waren ganz anders, als das was er getestet hatte und er hatte Probleme, den Grip zu finden. Zwei Ausflüge in die Schneebänke kosteten ihn 20 Minuten, währen eine vorsichtige Fahrweise am Finaltag mit einem weiteren Ausritt in den Graben endete. Ins Ziel kommen war sein Ziel, aber er hätte sich das ohne diese vielen Fehler vorgestellt. Eine weitere Lehrstunde.

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